Stenz
Stenz ist seit dem frühen 19. Jh. und in der Form Stems seit 1726 in der Bedeutung "Stock, Wanderstab" belegt. Bei den fahrenden Handwerkern versteht man darunter besonders den knotigen, verdrehten Wanderstock, der seine Form dadurch erhält, daß er durch Schlingpflanzen während des Wachstums deformiert wird. Eine ausdauernde Schlingpflanze (Geißblatt, Knöterich, Waldrebe) windet sich um den rasch wachsen Langtrieb eines Strauches oder Baumes. Da der Knöterich nicht dehnbar ist, bekommt der Baum beim Wachstum die typischen Auswülstungen. Deshalb ist ein Stenz auch vorwiegend an Flussläufen zu finden, wo Schlingpflanzen bevorzugt wachsen. In den Kreisen des fahrenden Handwerks gilt die Ansicht, dass man einen echten Stenz nicht finden kann, sondern dass der Stenz seinen Besitzer wählt und findet. Die typischen schraubenlinienartigen Rillen wurden bei den kommerziell hergestellten Stöcken (z.B. Ziegenhainer) allerdings durch Drechseln hergestellt. Der Stenz diente als Wanderstock und als Schlagwaffe.